Teil 1: Was ist der Kampf zwischen Gut und Böse?

Einführung – Der Kampf zwischen Gut und Böse

Spirituelle Welt: Die SSRF definiert “spirituelle Welt“ oder “spirituelle Dimension“ als die Ebenen der Existenz, die jenseits der Begreifbarkeit durch unsere 5 Sinne, unseren Geist und Intellekt liegen. Die spirituelle Dimension umfasst dabei solche Begriffe wie Dämonen, Geister, Engel, Himmel, Aura usw., und kann nur mit Hilfe unseres Sechsten Sinns erfasst werden.

Der feinstoffliche Kampf von Gut gegen Böse wird seit Anbeginn der Zeiten geführt. In den Jahren 1999 – 2012 fand er in der spirituellen Welt (dem feinstofflichen Bereich des Universums) erneut statt. Danach stagnierte die Intensität und sie wird sich erst allmählich nach 2012-2013 vermindern. Dann wird ein Kampf von 2013 bis 2018 auf der Erde (der grobstofflichen Ebene) folgen. Darauf folgend wird die Welt eine Periode der Veränderung und Erholung durchmachen, um sich vom Krieg auf der Erde zu erholen und sich schließlich auf eine neue Ära vorzubereiten. Diese neue Ära wird das ‘Göttliche Königreich’ genannt werden und die Menschheit wird tausend Jahre Frieden und Rechtschaffenheit (Dharma) erleben. Die Zeit, in der wir jetzt leben, ist sehr bedeutsam, da die Auswirkungen dieses Kampfes von Gut gegen Böse im gesamten Universum (im grobstofflichen und feinstofflichen Bereich) erfahren werden. Diese Zeiten sind jedoch auch ganz besonders geeignet, um die Spirituelle Praxis zu machen, welche die Verwirklichung Gottes (der höchste spirituelle Zustand) zum Ziel hat.

Anmerkung: Um diesen Artikel zu verstehen, ist es wichtig, den Artikel über die drei feinstofflichen Grundkomponenten Sattva, Raja und Tama zu lesen, welche die Grundbausteine alles Geschaffenen sind. Wir beziehen uns in diesem Artikel auf diese Komponenten und ihre Adjektive, welche wie folgt lauten: Sattvisch, Raja-belastet oder rājasik, und Tama-belastet oder tāmasik. Wenn wir beispielsweise einen Menschen als eine sattvische Person bezeichnen, so bedeutet das, dass diese einen größeren Anteil an der Sattva-Komponente in sich hat und spirituell reiner ist.

Die Definition von Gut und Böse

Rechtschaffenheit (Dharma) bedeutet die Erfüllung von 3 Aufgaben:
1. Das soziale System in ausgezeichnetem Zustand zu halten
2. Den weltlichen Fortschritt jedes Lebewesens zu fördern
3. Auch im spirituellen Bereich Fortschritt herbeizuführen
− Shri Adi Shankaracharya

Aus spirituell wissenschaftlicher Sicht werden alle Personen, welche (auf der Erde) leben oder tot sind (auch feinstoffliche Wesen oder Körper genannt) als ‚gut’ bezeichnet, wenn sie:

  • ein starkes Verlangen haben, Spirituelle Praxis zu machen,
  • das Ziel anstreben, alles, einschließlich ihres Egos, Gott hinzugeben und
  • ihr Leben auf die Gottesverwirklichung ausrichten.

Dies sind Menschen, die ein spirituelles Niveau von über 30% haben, RajaSattva sind oder überwiegend sattvisch und rechtschaffen. Menschen, welche diese Eigenschaften nicht haben, die aber gute Taten vollbringen – wie an Waisenhäuser spenden usw. – sammeln zwar viele Verdienste, qualifizieren sich aber nicht für die von der spirituellen Wissenschaft definierten Klasse „gute Menschen“, besonders wenn ihre Taten sie stolz machen. Gute Menschen und gute feinstoffliche Körper oder Wesen zählen alle zu den Kräften des Guten.

Auf der anderen Seite sind böse Personen (lebend oder als feinstoffliche Körper) Raja-Tama oder Tama-belastet, nicht rechtschaffen und haben ein großes Ego. Sie mögen sogar Spirituelle Praxis machen, aber dies machen sie, um spirituelle Macht oder Energie zu bekommen, um damit persönlich ambitionierte Ziele zu erreichen. Der Begriff ‚Ego’ ist hier im spirituellen Kontext zu verstehen: Zusätzlich zu seiner gebräuchlichen Bedeutung einer „überzogenen Selbsteinschätzung“ und einer „starken Überheblichkeit“ umfasst es noch die spirituelle Bedeutung – sich selbst getrennt von Gott zu erleben. Böse Menschen und böse feinstoffliche Körper zählen zu den Kräften des Bösen.

Wenn man die Aussagen der spirituellen Wissenschaft genau nimmt, gehören nur jene, welche Spirituelle Praxis mit dem Ziel machen, Gott zu verwirklichen und dabei zunehmend ihren Körper, Geist, Vermögen und Ego Gott opfern (hingeben), in die Kategorie der „Guten“. Folglich zählen nach dieser Definition von „Gut“ heutzutage sehr wenige Menschen auf der Erde zu den Guten. Die Mehrheit der Menschen zählt zu der Gruppe der „Bösen“. Unter diesen jedoch sind solche, die willentlich versuchen, der Gesellschaft zu schaden. Sie helfen somit aktiv mit, das Sattva oder die spirituelle Reinheit in der Welt zu vermindern. Ihre Anzahl beläuft sich auf 30% der Weltbevölkerung. Die große Mehrheit der Menschen kann wegen ihrer fehlenden Spirituellen Praxis und wegen ihrer materialistischen Einstellung leicht von negativen Wesenheiten dazu missbraucht werden, das zu tun, was böse Kräfte wollen.

2. Woher kommen Gut und Böse?

2.1 Wann ist das Böse entstanden?

Alles im Universum hat seinen Ursprung in dem Einen Gott. Das Gottesprinzip durchdringt alles im Universum und besteht noch darüberhinaus, jenseits davon. Aus dieser Perspektive haben beide, Gut und Böse, ihren Ursprung im Gottesprinzip. Sie existieren seit der Erschaffung des Universums. Damals war das Böse jedoch nur latent oder als Samen vorhanden.

Gemäß dem spirituellen Gesetz der Schöpfung stammt alles aus dem Gottesprinzip (aus dem Einen Gott), wird von Ihm erhalten und wird zurück in das Gottesprinzip aufgelöst. Das bedeutet: Das Universum entstand, wird für einige Zeit erhalten und schließlich aufgelöst. Als Teil dieses Göttlichen Plans wächst das Böse, welches als Saat von Anfang an vorhanden war, stetig an. Es manifestiert sich als böse feinstoffliche Kräfte und Menschen. Das Böse wächst im Laufe der Zeit, bis es 100% erreicht haben wird. An diesem Punkt wird das Universum schlussendlich aufgelöst.

2.2 Woher bekommen die Kräfte von Gut und Böse ihre Energie?

Da beide Kräfte, Gut und Böse, vom Höchsten Gottesprinzip abstammen, erhalten sie auch ihre spirituelle Energie von Gott. Dies mag uns widersprüchlich oder paradox erscheinen, kann aber mit folgendem Vergleich verstanden werden: Zwei Angestellte eines Unternehmens arbeiten gleich gut und bekommen die gleiche Bezahlung. Wenn sie ihr Geld bekommen, liegt es an ihnen, wofür sie es ausgeben. Der eine könnte es für seinen täglichen Bedarf ausgeben und mit dem Übrigen der Gesellschaft helfen. Der andere mag es dazu benutzen, der Gesellschaft zu schaden. Geld zu verdienen ist ähnlich, wie spirituelle Energie durch Spirituelle Praxis zu gewinnen. Die Absicht, mit der gute oder böse Menschen Spirituelle Praxis machen, ist sehr unterschiedlich. Erstere streben danach, sich mit Gott wieder zu vereinigen, die Anderen wollen vor allem spirituelle Macht zur eigenen Befriedigung. Sobald wir einen Vorrat an spiritueller Energie angesammelt haben, gibt uns Gott die Freiheit, diese zu nutzen, wie wir wollen. Spirituelle Energie wird als gute oder positive Energie bezeichnet, wenn sie für Rechtschaffenheit (Dharma) eingesetzt wird und als böse oder schwarze Energie, wenn sie für Unrechtschaffenheit verwendet wird.

Der wichtigste Punkt dabei ist, dass wir durch den Einsatz unserer spirituellen Energie für rechtschaffene Ziele ein Eins-Sein mit dem zugehörigen Gottesaspekt erfahren. Das heißt, wir erhalten Zugang zur Göttlichen Energie entsprechend zum Ausmaß dieser Einheit. Als Folge davon verlieren wir keine spirituelle Energie. Verwenden wir jedoch unsere spirituelle Energie für unrechtschaffende Zwecke, ist das gegen die Natur Gottes und wir verlieren dadurch schließlich einen entsprechenden Teil unserer spirituellen Energie.

3. Was ist die Aufgabe von Gut und Böse?

Die Aufgabe der guten Kräfte ist, in allen Regionen des Universums eine Ordnung auf Basis der Sattva-Komponente zu schaffen. Kurz gesagt, sie wollen das Universum spirituell rein machen und halten. Andererseits trachten böse Kräfte danach, ein dämonisches Königreich auf Grundlage von Raja und Tama zu gründen. Dieses dämonische Königreich ist besonders geeignet, die Wünsche und Begierden von negativen, bösen Kräften zu erfüllen. Diese Wünsche können unterschiedlich sein, wie zum Beispiel in ausgiebigen wollüstigen Vergnügungen zu schwelgen, der Missbrauch von Macht, Gottsuchende zu quälen und sie davon abzuhalten, Spiritualität zu praktizieren.

4. Das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse

Die Existenzebenen: Das gesamte Universum hat 14 Regionen, bzw. Existenzebenen, wobei 7 positiv und 7 negativ sind. Die Erde ist die einzige physische Existenzebene, alle anderen sind feinstofflich. Der Himmel ist nur eine der positiven Regionen, wohin wir nach dem Tod kommen können.

Aufgrund der Tatsache, dass Gut und Böse gegensätzliche Missionen haben, stehen sie immer miteinander in Konflikt. Das Kräfteverhältnis zwischen Gut und Böse schwankt im Verlauf der Zeit und ist nie konstant. Die Auswirkungen davon sind in allen Existenzebenen des Universums spürbar. Wenn zum Beispiel die Macht der dämonischen oder bösen Kräfte und der negativen Geistwesen (Geister, Dämonen, Teufel und andere negative Wesenheiten) größer wird, verschlechtert sich die Situation in allen positiven Existenzebenen (Himmel und Erde mit eingeschlossen). In der Erdregion wirkt sich dies negativ auf unsere physische, mentale und spirituelle Befindlichkeit aus. Die negativen Existenzebenen (das sind alle sieben Höllenregionen) jedoch profitieren von dieser Situation. Wenn sich die Waage zugunsten des Guten neigt, steigt das Sattva an und im ganzen Universum wird mehr Glückseligkeit erfahren. Friede und Wohlstand regieren dann die Erde. Die dämonischen Kräfte erleben durch diesen positiven Trend aber Distress (Schmerz, Leid, Qualen etc.). Ihr Unbehagen könnte man mit dem eines Kriminellen vergleichen, der gezwungen wird, ein rechtschaffenes und gesetzestreues Leben zu führen.

4.1 Was ist der Grund für das Kippen der Balance in Richtung böser Kräfte?

Bei jeder sich bietenden Gelegenheit versuchen böse Kräfte das Gleichgewicht der Macht zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Und obwohl dämonische Kräfte sich ständig bemühen, das Sattva zu reduzieren und Gottsuchende davon abzubringen, Spirituelle Praxis zu machen, behalten die guten Kräfte die Oberhand, so lange es Heilige und Gottsuchende gibt, die Spirituelle Praxis machen. Das ist so, weil Gott den Heiligen und Gottsuchenden wegen ihrer Hingabe hilft, die bösen Kräfte zu überwältigen.

Die größte Quelle der Macht von Gut und Böse befindet sich in den feinstofflichen Regionen (Existenzebenen) des Universums. Menschen – gute wie böse – auf der Erde sind wie Marionetten, da sie ihre Macht von Gut und Böse aus der spirituellen Welt erhalten.

4.2 Spirituelles Niveau und Angriffe von negativen Geistwesen (Geister, Dämonen usw.)

Die bösen Kräfte, wie Dämonen, Geister und andere negative Wesenheiten, greifen gewöhnlich gute Kräfte an, deren spirituelle Stärke innerhalb von +/- 10% ihrer eigenen Macht liegt. Der Grund dafür ist, dass ein negatives Geistwesen keine Person angreifen kann, wenn ihr Spirituelles Niveau mehr als 10% über dem seinen ist. Denn die Person kann 10–20% Schutz von Gott erhalten, also mehr als das Distress-Niveau des Geistes. Dies bewahrt sie vor Angriffen negativer Wesenheiten, die eine geringere spirituelle Energie haben.

Negative Geistwesen, deren spirituelles Niveau um mehr als 10% über dem der Person liegt, beschäftigen sich nicht mit dieser. Sie zählt als zu minderwertig für einen Kampf und ist somit belanglos für die Wesenheit. Zum Beispiel wird jemand mit einem spirituellen Niveau von 30% von einem Geistwesen mit einem spirituellen Niveau von 20–40% angegriffen.

Es wird leichter für die dämonischen Kräfte des Bösen, ihre Macht über die Menschheit auszudehnen, je materialistischer die Menschen eingestellt sind und je weniger sie Spirituelle Praxis machen. Wenn das Tama in den Menschen ansteigt, können böse Kräfte, die ja selbst tāmasik sind, dies leicht als Vorteil nutzen und versuchen, die Kontrolle über die Menschheit zu bekommen.

Lesen Sie dazu bitte den Artikel – Bis zu welchem Ausmaß erweist sich das spirituelle Niveau als Schutz gegen negative Wesenheiten (Dämonen, Geister usw.)?

5. Wann war die erste Schlacht zwischen Gut und Böse?

Die Lebensdauer des Universums ist in 4 Zeitalter eingeteilt, diese sind Satyayug, Trētāyug, Dwāparyug und Kaliyug. Satyayug war das spirituell reinste Zeitalter. Jedoch begann nach dieser Ära das spirituelle Niveau der Menschen mit jedem folgenden Zeitalter immer weiter abzusinken, bis es seinen niedrigsten Stand im Kaliyug (auch: das Zeitalter des Kampfes, der Zwietracht), welches die jetzige Zeit ist, erreicht hatte. Das aktuelle Zeitalter dauert insgesamt 432.000 Jahre. Wir befinden uns seit mehr als 5100 Jahren im Kaliyug.

Jedes Zeitalter ist wiederum in kleinere Zyklen von Satyayug, Trētāyug, Dwāparyug und Kaliyug unterteilt. Das spirituelle Bewusstsein der Menschen ist innerhalb dieser „Minizeitalter“ unterschiedlich. Jeder dieser kleinen Zeitzyklen ist nochmals in weitere vier Zeitspannen geteilt. Dieses Unterteilen von Minizyklen innerhalb von Minizyklen erfolgt bis in eine Tiefe von 6 Ebenen. Der kleinste Minizyklus dauert ungefähr 1000 Jahre. Die Zahl 1000 steht für 1000 Jahre in heutigen Maßstäben, in Zeiten des Kaliyug. Ein Minizyklus im Satyayug wäre viel länger als im heutigen Zeitalter. Das kommt daher, dass das Satyayug eine sehr hohe feinstoffliche Sattva Komponente aufwies. Ein typisches Wesensmerkmal von Sattva ist die Ausdehnung (oder Allumfassendheit), während das Charakteristikum von Tama Verfall und Verdichtung ist. Ein Jahr im Kaliyug entspricht daher mehreren Jahren im Satyayug.

Zu Beginn der Schöpfung war das Verhältnis zu 100% zugunsten der guten Kräfte, da das Böse nur als Keim vorhanden waren. Außerdem machte im ersten Zeitalter, dem Satyayug, die ganze Menschheit Spirituelle Praxis und das durchschnittliche spirituelle Niveau der Menschen war 70%. Sie lebten nach der inneren Einstellung, dass jeder Aspekt ihres Lebens Spirituelle Praxis und eine Gelegenheit ist, Gott zu dienen. Als das Mini-Kaliyug als letzter Minizyklus des Satyayug begann, betrug die Gesamtmenge der schlechten Menschen auf der Erde mehr als 2% der Gesamtbevölkerung. Das Tama war für die bösen Kräfte hoch genug, um ihre Vormachtstellung zu beanspruchen. Damals kam es zum ersten Kampf zwischen Gut und Böse und er wurde gegen Ende dieses Mini-Kaliyug-Zyklus im letzten Minizyklus des Satyayug ausgefochten.

Fortsetzung in Teil 2: Der heutige Kampf zwischen Gut und Böse