Grundprinzipien der Spirituellen Praxis
Spirituelle Praxis dem Zeitalter entsprechend
Für alle Dinge im Leben gibt es eine rechte Zeit. Wenn das Richtige zum falschen Zeitpunkt geschieht, stellt sich der gewünschte Erfolg nicht ein. Wenn Samen in der Trockenzeit ausgesät werden und sie keinen Regen bekommen, werden keine Pflanzen wachsen, egal wie fruchtbar der Boden ist. Ebenso sind bestimmte spirituelle Übungen zu gewissen Zeiten und in bestimmten Zeitaltern förderlich.

Satyayuga: Dies war ein sehr reines Zeitalter. Das durchschnittliche spirituelle Niveau lag bei 70% (Niveau eines Heiligen). Die Menschen waren vom spirituellen Gesichtspunkt her so rein, dass der Pfad des Wissens am geeignetsten für sie war. Sie hatten das Potential, auch die wahren Bedeutungen aller Heiligen Schriften spontan zu verstehen.
Tretayuga: In diesem Zeitalter fiel das durchschnittliche spirituelle Level der Menschen auf 55%, wodurch sie die Möglichkeit, dem Pfad des Wissens zu folgen, verloren. Trotzdem waren sie spirituell stark genug, Bussübungen von der Art zu machen, die es einem Gottsuchenden erlaubte, zwölf Jahre lang auf einem Fuß zu stehen oder so lange zu meditieren, bis ein Ameisenhügel über ihn gewachsen ist.
Dwaparyuga: Hier sank das Niveau nochmals ab. Die Menschen verloren die Möglichkeit strenger Bussübungen oder lang anhaltender Meditation. So war die gottgewollte Form, sich spirituell weiterzuentwickeln, die der rituellen Gottesverehrung. Diese Rituale und Opferfeuer (Yadnyas) waren sehr aufwendig und zeitintensiv. So mussten die Zutaten zuerst zusammengesucht und viele einzelne Schritte bis ins Detail genau befolgt werden. Da die Menschen jedoch sehr religiös waren, scheuten sie weder Zeit noch Anstrengung noch den finanziellen Aufwand, um Gott zu verehren.
Kaliyuga: Sinngemäß übersetzt bedeutet dies ‘das Zeitalter der Zwietracht’ oder ’Zeitalter des Kampfes’ und ist das Äon, in dem wir uns jetzt befinden. Das spirituelle Level des durchschnittlichen Menschen liegt bei 20 Prozent. Unsere Fähigkeit zur Ausübung jeglicher oben erwähnten spirituellen Praktiken ist stark zurückgegangen. Da wir in einer unruhigen Zeit mit einer beachtlichen spirituellen Verunreinigung leben, hat Gott uns eine einfache Möglichkeit für unser spirituelles Wachstum geschaffen: Das Einzige, was er von uns als spirituelle Praxis verlangt, ist, seinen Namen zu wiederholen (Chanten).

